Bildbearbeitung: Farbkorrektur, Retusche und Composing

Fotoaufnahmen und 3D-Renderings sind ohne anschließende Bildbearbeitung selten perfekt. Kaum ein Bild wird ohne professionelle Farbkorrektur, Retusche oder Composing gedruckt oder online veröffentlicht. Die Optimierung von Helligkeit, Kontrast und Farbe gehört praktisch zum Standard bei der Verarbeitung digitaler Bilder.

In der Bildbearbeitung ist alles möglich: Angefangen vom Abschwächen oder Entfernen störender Lichtreflexe über das Beseitigen unerwünschter Schatten, irritierender Bilddetails und Schmutzpartikel bis hin zu aufwendigen Retuschen. Dazu zählt beispielsweise, Bildelemente perspektivisch passend zu ergänzen oder spurenlos zu entfernen oder auch Produkte, die noch nicht für ein Foto zur Verfügung stehen, vorab fotorealistisch zu visualisieren.

Farbkorrektur

Bilder nachträglich farblich anzupassen, zu korrigieren oder umzufärben ist Aufgabe der Farbkorrektur.
Auf diese Weise lassen sich das Optimum an Farbigkeit aus den Vorlagen herausholen, Motive komplett oder teilweise aufhellen oder abdunkeln oder auch insgesamt die Atmosphäre und Farbstimmung verändern. Produkte in anderen Farbvarianten zu präsentieren, ohne neue Fotos machen zu müssen, ist durch gezieltes Umfärben möglich. Das gilt insbesondere für die Modebranche. Dort werden Artikel oft nur in einer Farbe fotografiert und anschliessend digital anhand von Originalmustern in alle weiteren Farbvarianten umgefärbt.

Retusche

Vorher Nachher

Werden ein oder mehrere Objekte in ein Foto hinein- oder herausretuschiert, soll das Ergebnis farblich und perspektivisch stimmig sein und real wirken. Farbstimmung, Lichter, Schatten und Reflexionen müssen genauso harmonisch sein wie Größe und Proportionen der eingefügten Elemente. Werden Hintergründe ergänzt, muss die Bildinformation rekonstruiert werden. Dabei darf kein Rapport, also ein Muster aus wiederkehrenden Bildbestandteilen, erkennbar sein.

Eine Beautyretusche wird an Portraitfotos vorgenommen. Ziel ist, Menschen frischer, vitaler und tendenziell jünger wirken zu lassen. Dazu zählen je nach Bedarf z. B. das Optimieren von Hauttönen oder Entfernen von Augenringen und Hautunreinheiten. Um dabei die Natürlichkeit zu erhalten, müssen die Maßnahmen behutsam umgesetzt werden.

Sollen Objekte visualisiert werden, die noch gar nicht erhältlich sind – z. B. Produktverpackungen, die noch in der Entwurfsphase sind – ist dies über eine Kreativretusche umsetzbar. Diese umfasst häufig auch eine weitere Form der Retusche: das Composing.

Vorher Nachher

Composing

Als Composing wird die Kombination mehrerer Bilder oder die Integration einzelner Objekte in einem Basismotiv bezeichnet. Dafür werden die gewünschten Ausschnitte freigestellt, der Bildqualität angepasst und „composed“. Detailretuschen, Farbkorrekturen sowie Schatten und Lichter finalisieren das Bild. Auch hier gilt: alle Bildelemente müssen hinsichtlich Perspektive, Proportion und Farbe stimmig sein.

Durch die digitale Umsetzung sind der Bildbearbeitung heute kaum noch Grenzen gesetzt. Aber egal ob Farbkorrektur, Retusche oder Composing – das Ergebnis ist nur dann perfekt, wenn die Bildbearbeitung für den Betrachter nicht sichtbar ist.

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